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„Wir alle brauchen Geduld“

Langsam aufdosieren lautet die Devise in der Pharmakotherapie neuropathischer Schmerzen. Vier bis acht Wochen dauert es, bis eine Wirkung eintritt. Teils zieht sich die Behandlung über Jahre. Da bedarf es realistischer Erwartungen – sowohl beim Patienten als auch beim Behandler. (Medical Tribune 13-14/20)

Nicht-Opiodanalgetika wie Novaminsulfon und NSAR wirken bei neuropathischen Schmerzen kaum. Antikonvulsiva, Antidepressiva, spezielle Pflaster und in wenigen Fällen Opioide helfen da schon eher. Aber „wir wissen alle, dass die Schmerzen sehr schwer zu behandeln sind“, sagte Anke Richter-Scheer, niedergelassene Internistin aus Bad Oeynhausen. Oft bedarf es einer Kombitherapie und völlig beschwerdefrei werden die wenigsten. Eine 30–50%ige Analgesie darf man erwarten. Diese Information gilt es, Patienten zu vermitteln. Betroffene, bei denen eine deutlichere Reduktion gelingt, haben häufig mit Nebenwirkungen der Medikamente zu kämpfen, so die Erfahrung der Kollegin. Über etwaige Komplikationen wie Sedierung, Übelkeit oder Konzentrationsschwächen sollten Sie genauso aufklären wie über eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit unter der Behandlung.

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