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3-Ländertagung Kopfschmerz 2020

Der Teufelskreis aus Kopfschmerz und Medikamentenübergebrauch

Kopfschmerz infolge von Medikamentenübergebrauch (MOH) ist ein häufiges Problem, sollte jedoch nicht mit einer Suchterkrankung verwechselt werden. Auslöser sind zumindest in Europa meist als harmlos wahrgenommene Nicht-Opioid-Analgetika, die häufig auch rezeptfrei erhält sind.

Die Definition des medikamenteninduzierten Kopfschmerzes (medication overuse headache) war über mehrere Jahrzehnte einem kontinuierlichen Wandel unterworfen. Fraglich ist letztlich sogar, ob es sich dabei um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt oder nicht vielleicht um den Ausdruck einer unzureichend kontrollierten Kopfschmerz-Grunderkrankung. In diesem Zusammenhang fällt auf, so Dr. Sabine Salhofer-Polanyi vom Krankenhaus Hietzing in Wien, dass der überwiegend größte Teil der Publikationen zum MOH aus Europa kommt, während das Thema in den USA und Asien auf wenig Interesse stößt. Der MOH wurde erstmals in den 1950er Jahren beschrieben und fand Eingang in die erste internationale Kopfschmerzklassifikation. Damals wurde zwischen Ergotamin-induziertem und Analgetika-induziertem Kopfschmerz unterschieden und für jede Substanz eine gewisse eingenommene Monatsdosis gefordert. Auch musste sich der Kopfschmerz nach dem Absetzen der Medikamente innerhalb eines Monats wieder bessern. In späteren Updates der Definition verschwanden die Mindestdosen, die Besserung nach Entzug musste nicht mehr abgewartet werden (so konnte eine Diagnose unmittelbar gestellt werden) und die Zahl der Tage mit Medikamentengebrauch wurde reduziert.

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