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Polymedikation

Spurensuche: Arzneimittel-Reduktionsdiät

Ernteschuss der Ablehnung der Handfläche der Frau, die nicht bereit ist, einen Löffel Pillen zu nehmen

„Die Anzahl der verordneten Medikamente sollte dem Zehntel des Alters oder der Quadratwurzel des Alters entsprechen“, lautet ein altes Sprichwort. Im Gegensatz dazu spricht die WHO bei mehr als fünf Arzneimitteln von Polypharmazie. Das bedeutet grundsätzlich Gefahr für die Patienten: nicht mehr überschaubare Nebenwirkungen, theoretisch mindestens 2(n-1) Möglichkeiten der Interaktion (Nahrungsmittel nicht mitgezählt), dazu das Compliance-Problem in der häuslichen (Selbst-)Therapie. Beim nächsten stationären Aufenthalt oder einem Aufenthalt im Pflegeheim könnte die dann akut „wiederhergestellte“ Compliance zum plötzlichen Auftreten von Neben- und Wechselwirkungen führen, die im häuslichen Setting nicht beobachtet wurden.

Besonders von Polypharmazie betroffen sind alte Menschen mit mehreren Diagnosen. Heute gibt es für die Therapie der meisten Erkrankungen von Fachgesellschaften herausgegebene Guidelines: für jede Diagnose „genormte“ Therapieempfehlungen. Bei Multimorbidität und in der Geriatrie stoßen diese Empfehlungen allerdings an Grenzen. Nur wenn der Patient die Einschluss- und Ausschlusskriterien der klinischen Studien erfüllt, auf denen die Guidelines basieren, sind diese auch anwendbar. Hohes Alter und Multimorbidität sind jedoch typische Ausschlusskriterien vieler für die Teilnahme an vielen klinischen Studien.

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