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Univ.-Prof. Dr. Nicole Concin

ESGO 2019: So unterscheiden Sie (vermeintlich) frühe von fortgeschrittenen Ovarialkarzinomen

Univ.-Prof. Dr. Nicole Concin, Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Innsbruck, ist Scientific Committee Chair des ESGO 2019 Congress. Im medonline-Video erklärt sie, was die systematische Lymphadenektomie beim frühen Ovarialkarzinom bringt, wann darauf verzichtet werden kann und in welchen Fällen ein Restaging indiziert ist.

Inhalte des Videos
00:40 Die systematische Lymphadenektomie ist essenziell für ein akkurates Staging beim frühen Eierstockkrebs (Stadium I-IIA), was für die Entscheidung über eine adjuvante Therapie relevant ist. Es hilft, jene Patientinnen zu identifizieren die scheinbar ein frühes, dann aber doch ein fortgeschrittenes Stadium haben. 02:34 Die ESGO/ESMO-Leitlinien wurden in Form einer Consensus Conference im International Journal for Gynaecological Oncology veröffentlich und sind online auf der ESGO-Website zugänglich. Eine große Hilfe im klinischen Alltag sind die per App verfügbaren Case-spezifischen Algorithmen der ESGO/ESMO. 04:03 Die therapeutische Rolle der systematischen Lymphadenektomie ist nicht wirklich bekannt. Es gibt nur retrospektive Daten die mit verschiedenen Bias behaftet sind. Die einzige prospektive Studie dazu (aus Italien) war underpowered um einen Unterschied im Überleben mit systematischer Lymphadenektomie vs. Lymph Node Sampling zu zeigen. 04:42 Die systematische pelvine bilaterale paraaortale Lymphadenektomie bis hinauf zu rechten V. Renalis ist Standard. Ein Lymphknoten Sampling ist nicht ausreichend. Ebenfalls nicht ausreichend ist es, bei unilateral vorkommenden Eierstockkrebs nur unilateral die Lymphknoten zu entfernen. 05:43 Es gibt spezifische Ausnahmen, bei denen im Staging auf die systematische Lymphadenektomie eventuell verzichtet werden kann. Dazu zählen niedrig-gradige, also gut differenzierte, nicht seröse Ovarialkarzinome, weil bei diesen die Inzidenz von Lymphknotenmetastasen sehr gering ist 06:35 Die Frage nach einem Restaging, wenn bei der Primäroperation durch Zufall ein frühes Ovarialkarzinom entdeckt wird, ohne dass ein komplettes Staging erfolgt, beantworten die ESGO-ESMO-Guidelines folgendermaßen: Wenn das Ergebnis der Lymphadenektomie einen entscheidenden Einfluss auf die Therapieplanung hat, dann ist eine zweite Operation indiziert. 08:20 Nicht verpassen: Die ESGO State of the Art Conference in Kopenhagen vom 17.-19. Juni 2020

Quelle:
European Society of Gynaecological Oncology, ESGO 2019 Congress, 2.-5.11.19 Athen

Referenzen:

  1. Colombo N et al., ESMO–ESGO consensus conference recommendations on ovarian cancer: pathology and molecular biology, early and advanced stages, borderline tumours and recurrent disease; International Journal of Gynecologic Cancer 2019; 29: 728-60

https://ijgc.bmj.com/content/29/4/728

https://www.esmo.org/Guidelines/Gynaecological-Cancers/ESMO-ESGO-Consensus-Conference-Recommendations-on-Ovarian-Cancer

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